Mallorca: Tipps für Fotografen

Mallorca – ein Reiseziel für Fotografen?

Die Windräder sind ein ganz typisches mallorcinisches Bild.

Wenn ich meinen Urlaub plane, so stehen meist mögliche Foto-Motive im Mittelpunkt. Und als wir uns im Jahr 2016 dazu entschlossen hatten erstmalig nach Mallorca zu fliegen – wie auch etwa 30 Mio andere Bundesbürger – machte ich mich an die detaillierte Planung der Tagesunternehmungen. Denn eines war klar – der klassische „Ballermann 06 Urlaub“ kommt bei uns nicht in die Tüte.

Ich suche im Netz also nach Reisetipps für Fotografen. Und auch wenn alle Welt immer von der Schönheit Mallorcas schwärmte – so richtige tolle Locations hatte ich wenig ausmachen können. Deswegen ein kleiner Erfahrungsbericht mit Tipps für Mallorca-Reisende – nicht nur für Fotografen.

Nicht vergessen: es war die erste Reise nach Mallorca und ebenso spiegelt die Reihenfolge eher den chronologischen Ablauf unserer Reise wieder wie das Ranking der Tipps.

Ein weiter wichtiger Aspekt für uns war auch den 29,999 Mio anderer Insel-Besucher best möglich zu entfliehen.

Für einen schnellen Überblick hier ein Link zur Kartenansicht meiner Mallorca-Fotos.

MUST SEE NO1: Windräder – das mallorquinische Wahrzeichen

Für mich war klar, dass ich die Insel nicht verlassen möchte bevor ich nicht einige der Windräder fotografiert habe. Auch wenn viele Reiseführer schreiben, dass man die quasi überall findet, haben wir lange gebraucht bis wir gut intakte gefunden haben, die sich auch tatsächlich lohnen auf dem Sensor eingefangen zu werden. Ich wurde fündig an der MA-6040 zwischen Colonia Sant Jordi und Campos.

Creu de Sant Salvador

Das Kreuz selber ist weniger fotogen – einfach nur groß. Aber die Reise auf den kleinen Berg im Südosten bei Felanitx lohnt sich aufgrund der tollen Aussicht. Bei klarem Wetter ist von hier quasi die ganze Insel zu überblicken.

Mein fotografisches Auge hat hier oben allerdings die Straße mehr angesprochen … und klick:

Wanderung auf den Steilklippen an der Ostküste – TOP!

An der südlichen Ostküste sind viele Steilklippen, die immer mal wieder flacher abfallen und einzelne – teilweise recht verlassene – Buchten, die zum Baden geeignet sind, bilden. Am ersten Tag machten wir eine reine Wanderung südlich von Cala Santanyi. Damit sind wir dem Tourismus komplett aus dem Weg gegangen und sind während der vier Stunden Wanderung etwa drei anderen Urlaubern begegnet. Bei der Gelegenheit vom Mirador Es Pontas den Bogenfelsen bewundert – das erste fotografische Highlight:

Weil es an der Ostküste so schön war haben wir gleich am zweiten Tag wiederum eine Wanderung von Cala Estany d’en Mas zur Cala Varques. Der Weg bleibt nicht immer auf den Steilklippen sondern geht ab und an wieder runter ans Meer.

Der Weg ist oft mit spritzen (Lava-)Steinen übersät – warum gute Schuhe sehr sinnvoll sind. Mit meinen Outdoor-Sandalen war es wirklich recht grenzwertig:

Am Ziel – Cala Vaques – kann man sich auf dem Sandstrand erholen und dabei an der kleinen improvisierten Bar einen Drink genehmigen – oder natürlich fotografieren. „Langzeitbelichtungen“ aus der Hand:

Solche Aufnahmen kann man fast überall am Stand auf Mallorca machen … deswegen ist es nie schlecht ein Stativ dabei zu haben. (Was ich mir allerdings bei solche Wanderungen bei 35° doch nicht antue ;)

Smoothie in Portocolom

Portocolom ist ein nettes kleines Fischerdörfchen …. ohne großen Toursimustrubel.

Hier am Hafen habe ich den besten Smoothie der ganzen Insel getrunken. Ein MUST! Die Eisdiele hat keine Webseite liegt aber genau hier.

Cap Formentor – TOP!

Das Cap Formentor im Nord-Westen ist für den Fotografen quasi Pflicht:

1.) Der Aussichtspunkt Mirador Es Colomer ist direkt an der MA-2210 gelegen. Mit wenigen Schritten erreicht man eine Plattform mit wunderschönen Aussicht auf die interessante Felsformation der Küste. Idealerweise wartet man den Sonnenuntergang ab (was bei uns leider nie in den Tagesplan passte.)

2.) Wer sich die Auffahrt – oder noch besser den Aufstieg – zum Talaia d’Albercutx zutraut wird mit einer genialen Aussicht über den bergigen Nordosten der Insel belohnt:

3.) Die Weiterfahrt zum Leuchtturm am Cap Formentor ist schon allein wegen der abwechslungsreichen Fahrt interessant (Wälder, Felsen. Klippen, Küste, …).
(Kann in der Hochsaison aufgrund von Verkehrschaos etwas zur Gedulds-Probe werden :-)
Der Leuchtturm selber ist recht langweilig. Wenn, dann müsste man auf dem letzten Hügel vor dem Leuchtturm den Wagen parken (wobei es lediglich eine kleine Parkbuch gibt) und von dort oben aus fotografieren. Dennoch hat sich der Weg allemal gelohnt:

Parc Natural de s’Albufera – TOP – für Tierfotografen

Das Naturschutzgebiet Parc Natural de S’Albufera de Mallorca ist eine weitläufiges Gelände. Hier findet man Ruhe vor dem lärmenden Tourismus. Das Gelände lädt ein für lange Spaziergänge oder für ausdauernde Tierbeobachtungen. Nach langen Warten und suchen nach geeigneten Beobachtungshäusern hatten wird dann aber doch die Gelegenheit Greifvögel und wilde Pferde zu sehen:

Um sicher zu gehen: lange Brennweite nicht vergessen!

Alcudia

Das malerische Städtchen im Norden nimmt man auf jeden Fall mit wenn in der Ecke ist. Die alte Stadtmitte, die von den noch gut erhaltenen Stadtmauern umrandet ist, bietet sehr schöne Ecken. Und wenn man sich etwas von der „Hauptstraße“ die genau zwischen den beiden Stadttoren entlang läuft entfernt, gibt es auch ruhigere und teilweise sehr fotogene Fassaden:

FLOP: Der Hafen „Port d’Alcudia“ ist total auf Massentourismus ausgelegt – und hat mein Fotografen-Herz nicht berührt. Ebenso die Stierkampfarena hat uns das Eintrittgeld nicht entlocken können.

Mirador hacia Santa Ponsa [bei Peguera]

Die kleine Wanderung zu dem Aussichtspunkt auf den Klippen im Süden hat uns zwar bei der Hitze etwas geschlaucht – aber belohnt wurden wir mit einer tollen Aussicht:

Auf dem Rückweg lohnt sich ein Bad in der Dala D’en Monjo:

Palma de Mallorca

Klar – ein Besuch in der Hauptstadt ist obligatorisch. Wie es sich für eine Großstadt gehört bietet sie alles was man sucht. Das Highlight Nr 1 ist natürlich die Catedral de Mallorca:

Was man sich aber keinesfalls entgehen lassen sollte – und wir eher zufällig beim Schlendern entdeckt haben – sind die ehrwürdigen Hinterhöfe in der Carrer de San Savella:


(HDR Aufnahmen ohne Stativ – das Gusseisentor vor den Höfen erlaubt ein gutes Auflegen der Kamera.)

Beim weiteren Schlendern findet man überall interessante Gassen und Fassaden:

Wir machten auch den Abstecher zum Castell de Bellver. Durch den runden Aufbau der Burg ergeben sich immer spannende Ansichten – die aber auch etwas schwierig sind um auf den rechteckigen Sensor der Kamera gebannt zu werden:

Was uns an Palma überhaupt nicht gefiel: Trotz Nebensaison waren alle Plätze in allen Cafes restlos belegt. Am Ende nahmen wir ein Koffein-haltiges Heißgetränk an der Hotel-Bar zu uns.

Torre del Verger – FLOP

In vielen Reiseberichten wird der Torre del Verger als Highlight mit bester Aussicht gelobt. Klar ist nett – aber gehört definitiv nicht zu den Must Sees. Aber wenn man in der Ecke ist dann nimmt man ihn mit:

LoftOtel Canet – TOP

Nicht unbedingt ein fotografischer Tipp – auch wenn dieses Hotel/Restaurant tolle Motive bietet. In erster Linie aber ein kulinarischer Tipp. Das abgelegene Restaurant wird nur von denjenigen gefunden, die es auch suchen. Wir kamen zur rechten Zeit um in der Abendsonne auf der weiten Terrasse unser äußerst leckeres Abendessen zu genießen. Das kulinarische Highlight unserer Reise.
(PS: das glich den davor besuchten Flop wieder hervorragend aus.)

Soller – Port de Soller

In der „Kühle“ des Morgens starteten wir zu Fuß in Soller. Immer aufwärts um dann auf relativ gleichbleibender Höhe zum Leuchtturm Faro Capgros zu wandern. Erstes fotografischer Höhepunkt boten die engen Schienen, auf denen die berühmte Bahn zwischen Palma und Soller fährt:

Der Weg führte uns dann durch viele Olivenhaine durchs relativ unspektakuläre Hinterland bis an die Klippen beim Port Soller.

Unten am Hafen gab es eine verdiente Erfrischung bevor wir mit dem schon erwähnten Zug wieder nach Soller fuhren. Unterm Strich kein Highlight – aber ein sehr schöner Tagesausflug.

Cabrera – die Ziegeninsel

Eine Bootsausfahrt von Colònia de Sant Jordi auf die kleine Nachbarinsel, die wohl früher Heimat unzähliger Ziegen war. Inzwischen Naturschutzgebiet und nur eine begrenze Anzahl von Personen dürfen täglich auf die Insel. Außer dem Castillo de Cabrera bietet die Insel quasi nichts. Für alle also interessant, die mal Sehnsucht nach einem „Privatstand“ haben und damit der Massenbelegung am Hotelstrand entfliehen wollen.

Für mich war lediglich die Bootsfahrt spannend inklusive dem Abstecher zur Cova Blava (Blaue Grotte):

Nicht unbedingt ein FLOP – aber zumindest für Fotografen ein schlechtes Preis/Leistungs- Verhältnis.

Wieder auf (beinahe hätte ich Festland geschrieben) Mallorca angekommen gingen wir noch beim Leuchtturm von Colònia de Sant Jordi vorbei und genossen den Sonnenuntergang:

 

Torrent de Pareis – FLOP

Auch wenn das Torrent de Pareis einer der schönsten buchten auf Mallorca sein soll ist es für mich unter Flop verbucht. Die Anreise dort hin mit dem PKW ist ein definitiv ein erlebenswertes Abenteuer (siehe nächster Punkt). Aber unten an der Bucht angekommen wird einem schnell klar dass man hier im Herzen des Tourismus gelandet ist. Teurer Parkplatz, Busse die Schlange stehen, überfüllte Boote an der Anlegestelle, Souvenier-Läden …. und natürlich dementsprechend viele Personen (nicht zu vergessen – wir waren zur Nebensaison unterwegs) die den Weg zur (Bade-)Bucht antreten. Eng wird es dann schnell in den Fußgänger-Tunnels, die in das Felsmassiv geschlagen wurden. Hinten in der Bucht angekommen verlieren sich glücklicherweise sofort die Wanderer und Spaziergänger – wohingegen dich die Badegäste auf dem sehr kleinen Strandanschnitt eng aneinander reihen.

Coll dels Reis – TOP

Der Weg ist das Ziel. Wer Freude daran hat enge, kurvenreiche Straßen zu fahren muss den Coll dels Pareis besuchen. Der Clou, an dieser Stelle macht die Straße eine Schleife:

Torre de Cala Pi [Cala Pi]

Der kleine Turm an der Cala Pi ist sicherlich nicht ein Ziel das man besucht haben muss – wir waren aber gerade bei stürmischem Wetter vor Ort und so boten sich ein paar spannende Anblicke:

Gleiches gilt für den nahe gelegenen Leuchtturm am Cap Blanc:

Museo Jardines De Alfabia – FLOP

Ein kleines Kontrastprogramm – ein arabischer Garten mit einem alten Herrenhaus. Unterm Strich erwies sich das als fotografischer FLOP. Natürlich hängt es bei einem Garten von der Jahreszeit ab. Im September war es nur noch grün. Keine Blüten mehr. Und das Herrenhaus, das als Museum fungiert – bot architektonisch – trotz arabischer Einflüsse – auch kaum interessante Ecken.

Das spannendes war noch der manuell aktivierbare Springbrunnen :)

Der Markt von Sineu

Klar – ein Marktbesuch auf Mallorca muss sein. Und wenn, dann bitte doch gleich den größten und bekanntesten. Ja – auch korrekt. Aber gefühlt zu 80% ist der Markt voll mit Fake-Waren aus Fernost. Nimmt man das alles weg hat man einen kleinen, überfüllten Markt der sicherlich einen Besuch Wert ist:

Das besondere daran ist allerdings der Tier-Markt. Etwas ungewohnt, wenn dort Kühe, Hühner, Hase und Co zum Verkauf angeboten werden und erinnert etwas an Tierquälerei.

FLOP deshalb, weil ich nächstes Mal einen alternativen Markt den Mallorca in großer Anzahl bietet, besuchen würde.

Ballermann 06

Kann man als Deutscher Mallorca wieder verlasen ohne am Ballermann 06 gewesen zu sein? Nein – dachten wir uns und nutzen den letzten Vormittag bevor es wieder zum Flughafen ging mit einem Spaziergang an der Uferpromenade El Arenal.

Santuari de Cura – TOP

Unser Hotel – ein Tipp für alle die eine ruhige Ecke auf Mallorca suchen. Fern ab jeden Trubels auf dem Puig de Randa auf etwa 500 m Höhe liegt das alte Kloster Santuari de Cuda, das heutzutage als Hotel dient. Einfaches Hotel mit klösterlichem Anreiz. Einfaches – aber ausreichendes Frühstück – mit einem Traum Blick Richtung Palma.

Fazit: Mallorca hat vor allem landschaftliche Reize für Fotografen. Immer interessant sind natürlich Strand- bzw. Klippen-Fotos. Hier empfehle ich ein Stativ dabei zu haben um die Möglichkeiten von Langzeitbelichtungen zu haben. Meins war immer im Kofferraum dabei – auch wenn es unterm Strich doch selten genutzt wurde.
Die für mich fotogensten Städte sind natürlich Palma und Alcudia.

Auf Wiedersehen Mallorca – aber sicherlich nicht schon wieder im nächsten Jahr :)

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