Ein Eishockey-Feld mitten in den Bergen … so sieht es zumindest aus. Es ist am Rande von Tschiertschen auf ca. 1400 m Höhe. Die Dämmerung setzt ein, das Flutlicht wird eingeschaltet. Dies führt zu einer sehr ungewöhnlichen Lichtstimmung.

Eine kleine Spielpause … da steht es … ganz alleine, das Tor. Im Gegenlicht des Flutlicht-Strahlers. Im Hintergrund leuchten die schneebedeckten Berge – klick.

Bereits die Vorschau auf meinem Kamera-Display verspricht ein großes Potential. Doch wer mich kennt weiß dass ich gerne an den Bildern “photoshoppe”.

Ich möchte Euch an der Entstehungsgeschichte Teil haben lassen.

Das Bild out of cam. Mir gefällt besonders die dezente Farbsättigung und der etwas verschobene Weißabgleich durch das Zwielicht Dämmerung und Flutlicht.

In den Ecken (besonders oben) sieht man die Vignettierung des Objektives. Das SONY 16-105, was ich nur nutze, wenn ich mich auf ein Objektiv beschränken muss (wie bei einem Tag auf der Piste) hat schon eine recht starke Vignettierung bei 16 mm. Spontan ärgerlich – bringt mich aber sofort auf die Idee wie ich es bearbeiten will: es soll auf alt, grungy, scatchy gemacht werden.

Schritt 1:  ein Kontrastanpassung. Die Tiefen etwas abgedunkelt. Und – was allerdings in der kleinen Vorschau nicht sichtbar ist – entrauscht.

 
Schritt 2: bleach bypass. Dieser recht moderne Effekt “wäscht das Bild aus”. Die Farbsättigung wird reduziert, der Kontrast erhöht und vor allem der lokale Kontrast verstärkt.

Das sieht man hier ganz gut an der Holz-Bande. Die Holz-Maserungen kommen stärker zur Geltung.

Schritt 3: tonal contrast. Nochmal wurde der lokale Kontrast angehoben.
Dies sieht man kaum in den kleinen Miniaturbilder … einfach anklicken … dann wird es etwas größer.

Dieser Effekt wird bei sehr vielen Bildern von mir angewendet.  Damit werden Strukturen besser sichtbar – insbesondere in den Tiefen. Im Schatten werden plötzlich wieder Umrisse sichtbar.

Wird der Effekt zu stark angewendet entsteht schnell der Eindruck einen künstlichen/gemalten Bildes.

Schritt 4: nun gehts in Richtung scatchy. Eine “verkratzte” Textur (gezogen von http://www.deviantart.com/) über das Bild gelegt. Im Modus “Ineinanderkopieren”. Das ergibt diesen verkratzten Eindruck. Dabei werden aber auch in den dunklen Bereichen der “scrachy-Ebene” das Original abgedunkelt. Deswegen die Ebene nur mit einer Deckkraft von 25% überlagert.

 

Schritt 5: nochmals eine weitere Ebene als Textur darüber gelegt. Mit einigen Kratzern und gerade an den Kanten Flecken. Dies gibt dem Bild den alten Eindruck.

Diese Texturen-Ebene ist nun mit dem Verrechnungsmodus “Weiches Licht” (wahrscheinlich mein häufigst genutzter Modus) und einer Deckkraft von 80% darüber gelegt.

Schritt 6: Nun noch eine starke Vignettierung.  Früher waren die Optiken für Foto- und Film-Aufnahmen nicht so ausgereift wie heute und hatten immer eine recht starke Vignettierung. Deswegen ist dies das absolute muss bei der “auf-alt-Bearbeitung”.

Ich habe mir auch mal den Spaß erlaubt das Zentrum der Vignettierung (also der nicht abgedunkelte Bereich) auf den Strahler zu legen. Gab einen interessanten Effekt – aber eben nicht so stark in Richtung “auf alt”. Deswegen doch das Zentrum des Bildes genommen.

Das ganze noch etwas nachgeschärft, kleiner Rahmen drum und fertig:

einshockey

Gefällts?

Und hier die einzelnen Schritte als animated gif:

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